Mal was anderes: Auf Wiederhören PodUnion!

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(c) Podunion.com

Am 01.08.2012 öffnete sich der Vorhang und die PodUnion betrat die Bühne. Nicht nur irgendeine Webseite, sondern vielmehr ein Community-Projekt für Podcaster. Eine Plattform für Erfahrungsaustausch zwischen Podcast-Macher, aber auch eine Plattform die mit 3 eigenen Podcast’s als Informationsquelle für Podcasthörer oder die, die einen eigenen Podcast planen dient. Dazu kam auch die Idee, sich online an einen Tisch zu setzen. Dies geschah beispielsweise jede Woche Dienstags mittels dem Sprachkonferenz-Tool TeamSpeak.

Auf PodUnion.ch und PodUnion.com konnte man sich als Podcast-Macher anmelden, um dann seine Podcast-Projekte, aber auch natürlich um sich selbst zu präsentieren.

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Ich schrieb von 3 eigenen Podcasts. Ursprünglich waren es aber erstmal 2. Zum einen „Im Fokus“, ein Interviewpodcast mit interessanten Konzept. Ein Mitglied der PodUnion interviewt das nächste Mitglied, der oder die jenige dann wieder den nächsten usw. Aber auch Interviews mit Redakteure aus der TV oder Radiolandschaft sollten dort ihren Platz finden. Jedoch wurde dieser Feed nie wirklich bestückt. Zum anderen war da noch das PodUnion Magazin. Ein Podcast-Magazin von Podcaster, für Podcaster oder die, die es noch werden wollen. Tipps aus dem Bereich der Technik, Tipps zu Vorbereitung einer Sendung und so weiter. Mit der Zeit kam dann noch der dritte Podcast dazu, das „PodcastDing“. Hier trafen sich 3-4 Mitglieder und ein Gast mittels Sprachkonferenz-Tool und unterhielten sich in jeweiligen Folgen über die verschiedensten Themen.

Ich stieß durch einen reinen Zufall damals auf die PodUnion. Sehnsüchtig erwartete ich neue Folgen vom „Lautsprecher“ Podcast aus dem Hause Pritlove, um beispielsweise mehr über die Technik zu erfahren, die man eben zum podcasten braucht, oder wie man den eigenen Podcast optimieren kann. Man will ja nicht auf der Stelle treten. Da dort die Folgen aber etwas auf sich warten ließen, begann ich im Internet zu stöbern. Und dabei stieß ich eben auf die PodUnion. Ich laß aufmerksam was dort auf den Seiten geschrieben stand, abonnierte diese 3 RSS Feeds und hörte mir Folge für Folge an, um mehr über diese PodUnion zu erfahren.

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Mir gefiel der Grundgedanke. Wie es nun mal so ist, verfolgt man das Projekt auch per Social Media. Ich erinnere mich noch an den 06.10.2014. Ich saß im Zug, auf dem Heimweg von einem sehr langen Drehtag. Plötzlich stand da auf Twitter eine Nachricht, die schon unterschwellig ankündigte, dass es heute Abend wohl keine Sendung geben würde. Teammitglieder waren entweder erkrankt oder einfach nicht im Stande zu podcasten und Rico Lüthi (oder der „Papa der PodUnion“ wie ich ihn liebevoll nenne) fragte, ob denn jemand Zeit und Lust habe mitzumachen. Ich antwortete auf den Tweet noch bevor ich überhaupt in der Nähe meines Zielbahnhofs war. Bevor die Sendung ausfällt und man am Donnerstagabend nichts auf die Ohren bekommt, kann man es ja mal versuchen. Rico freute sich, sendete mir per PN damals die Zugangsinformationen und ich saß noch immer in der Bahn. Ich rief meinen Stamm-Taxifahrer an und meinte „Hol mich am Bahnhof ab. Ich hab es heute unglaublich eilig. Bis gleich!“. Ich legte auf und rief ihn kurz nachdem ich aufgelegt hatte nochmal an: „Ach und  nimm den kleinen Bus, ich hab ordentlich Gepäck!“. Denn auf „Koffer-TETRIS“ hatte ich echt keine Nerven mehr. Am Zielbahnhof angekommen, stürmte ich mit meinen (gefühlten) 20 Taschen aus dem Zug, stieg in mein bestelltes Taxi und gab die Anweisung „Achim, gib Gummi!“. Endlich daheim angekommen war schon keine Zeit mehr irgendwas von dem Gepäck wegzuräumen. Ich setzte mich vor den Computer, schnappte mir Kopfhörer und Mikrofon und los ging es. Das PodUnion Magazin konnte stattfinden. Für mich war das total aufregend und ich war voller Freude darüber, nun einmal in diesem Podcast dabei zu sein, den ich schon Monate lang hörte.

Innerhalb dieser Sendung wurde ich plötzlich von diesem Charmbolzen (das ist durchaus positiv gemeint!) namens Rico einfach zum „Zwangsmitglied“. Klingt vieeeeel schlimmer als es ist. Meine Güte war die Freude in mir groß. „Natürlich! Sehr gerne!“ sagte ich. Auch nach unserer Live-Aufzeichnung bedankte ich mich nochmals für dieses Angebot. Toll, einfach nur toll. Mit der Zeit lernte ich Rico, MC, Jörg, Pokipsie kennen. Etwas später stieß ich dann noch auf Martin, Ralph, Kai, Melanie und Klaus, die auch im Rahmen der PodUnion etwas zu diesem Treiben beitragen wollten.

Wir hatten in der letzten Staffel (Staffel C) in fast jeder Folge mindestens einen Gast. Ich durfte durch die PodUnion 1. lernen, 2. was weitergeben, 3. unterhalten und 4. (und das ist für mich der wichtigste Punkt überhaupt) wunderbare Menschen kennenlernen. Die einen kennt man sehr gerne und ein paar für mich ganz besonders tolle Menschen nenne ich heute „Freund“. Ich mag auf keinen einzelnen Freund mehr verzichten müssen. Und das ist einfach wunderbar.

Nach rund 2 Jahren war es dann trotzdem mal Zeit für etwas anderes. Manchmal ist es einfach so. Es war ganz einfach vielleicht auch mal Zeit für neue Gesichter, bzw. Stimmen. Das Magazin hat sich weiterentwickelt, wie auch jeder von uns. Wir, die das Magazin nun seit rund 2 Jahren alle 14 Tage Donnerstags fuhren. Ein Schritt der zwar weh tat, aber dennoch nötig war. Martin und ich grübelten schon länger darüber nach „Platz für neue Stimmen“ zu machen, aber so wirklich weg konnten wir nicht. Denn wir erlebten immerhin mit der PodUnion eine aufregende und großartige Zeit. Martin besuchte beispielsweise das Podcaster-Treffen im Ruhrgebiet (PodRuhr) und schnappte sich genügend Technik, um von dort aus mit Gästen Live vor Ort zu berichten. Dann auch unsere gemeinsame Live-Sendung vom Podcast-Festival “Podstock” 2015, damals aus Wolfsburg. Es waren einfach tolle Erlebnisse und Aktionen. Wir hatten immer was zu lachen.

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Logo des Sendegartens (c) Sendegarten.de
Logo des Sendegartens (c) Sendegarten.de

Aber eines Tages war es eben soweit aus dem Magazin auszusteigen. Uns war aber auch klar, dass wir in jedem Falle gemeinsam weiter podcasten wollen. Martin, dieser Kreativling mit grünen Daumen (dafür aber kein Händchen für Computer, Stichwort: Updates) legte sich einen virtuellen Garten an und öffnete das Gartentürchen für mich. Aber nicht nur für mich, nein. Besonders ergreifend war für mich der Moment, in dem man im Gruppenchat laß, dass Melanie und Jörg auch auf jeden Fall mit in Martins Garten ziehen möchten. Wir blieben also eine kleine (aber feine!) Gemeinschaft. Ein Team, in dem jeder nicht nur mit einem gewissen Maß an Inhalt diesen Garten bepflanzt, sondern auch mit seiner jeweiligen menschlichen Art diese neue Sendung schmückt. Der Sendegarten war geboren.

Man darf nun aber nicht vergessen, dass es ohne die PodUnion, ohne Rico, Pokipsie und MC diese Gemeinschaft nicht geben würde! Wer weiß wie lange ich auf der „Macher-Seite“ gestanden hätte ohne die PodUnion. Wer weiß, wie die Podcast-Landschaft heute ohne dieses Projekt aussehen würde. Denn die PodUnion zeigte, dass JEDER zum Sender werden kann. JEDER kann sich selbst verwirklichen.

Ob Video- oder Audiopodcaster, das war ganz egal. In der PodUnion war jeder herzlich willkommen und hatte sofort Platz unter diesem Dach. Die einst überschaubare deutsche Podcast-Landschaft wurde für mich mit den Jahren immer bunter und vielfältiger. Ist das nicht großartig?! Und wer weiß ob ich jemals ohne die PodUnion mich dazu entschlossen hätte, einen Film über diese bunte Podcast-Landschaft zu machen.

4 Jahre nach dem betreten der Bühne, heute am 01.08.2016, erlischt das Rampenlicht, der Vorhang schließt sich und die PodUnion zieht von der Bühne ab. Und das macht sie begleitet von standing ovations.

Ich danke Rico, MC, Pokipsie und allen, die etwas zu diesem ganz besonderen Projekt beigetragen haben. Allen Machern die auf dieser Plattform agiert haben, aber auch ganz besonders möchte ich denen danken, die dem Magazin lauschten, den Kommentarschreibern und denen, die in den Social-Media’s den Link zur PodUnion geshared haben. Jeder Einzelne, war, ist und bleibt für mich immer ein Stück PodUnion.

Danke für diese schöne Zeit.
Danke für alles!

In ewiger Verbundenheit
Marc

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2 thoughts on “Mal was anderes: Auf Wiederhören PodUnion!

  1. Danke, Marc! Eine großartige Hommage an die Community-Idee, eine würdige Danksagung an die Podunion! Ich schließe mich hier sehr gern an: Ein großer Dank und ein letztes “Lebe wohl” an die Podunion. Ich hätte gern noch mehr von Dir gehört, auch wenn sich unsere Wege vor einiger Zeit getrennt haben.

  2. Danke für die letzten Worte! Mit ein paar Tränen in den Augen.

    Das Ende der PodUnion war das erste Projekt der Art. Damit geht eins der wichtigsten und leider oft absolut unverstandenes Werkzeuge kaput und zerstreut die Themen und Verknüpfungen auf sehr schwer nutzbare Systeme.

    Die mir so dahinterliegenden wissenschaftlichen Arbeiten und Erfahrungen die ich zu dynamischen Systemen erarbeiten konnte, haben mich in den Teams sehr glücklich gemacht.

    Durch die PodUnion habe ich gelernt, das es doch ein Paar PodasterInnen gibt, die in der Lage sind auch Mails zu beantworten und mein Standpunkt, das Podcaster eher arrogant und zu selbstsicher sind, habe ich zwar noch nicht ganz ablegen können, jedoch habe ich durch die PodUnion und mehr noch, die Menschen dahinter, lernen dürfen, das es sich wohl eher um die wenigen handelt, die sich selber als größtes sehen.

    Ich bedauere zu tiefst das es nun schwerer werden wird, die wichtigen Themen zu besprechen. Vor allem da sich kaum Menschen mit doch sehr wichtigen Themen hinter dem Podcast beschäftigen.

    Ich freue mich aber, wenn alle etwas mitnehmen können und konnten. Da ich eigentlich auch noch im C Teil dabei gewesen wäre, fand ich schade, das ich vor lauter Arbeit kaum Zeit hatte, mit den Team mal mehr zu plaudern.

    Da Podbe auch Partner von PodUnion war, finde ich schade, das beide Projekte und die viele Arbeit die wir in die Ideen und der Vernetzung von Podcas betrieben, nie so offen angesprochen wurde und wenn, von der “Community” nicht erdacht werden.

    Ich danke euch für euer Teamgeist und stehtig lustig wie offenen Gespräche im Magazin.

    Ich freue mich zuletzt wirklich über den Film! Ich glaube der wird hoch interessant und richtig wichtig. Ich hoffe und vertraue darauf.

    Beste Grüße
    M.C.

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