Der Mann mit Schild

IMG_8912Ich nahm Abschied von Hamburg. Und zwar auf meine ganz eigene Art. Am Hauptbahnhof angekommen, stellte ich mich ganz oben an ein Geländer, so dass ich einen wunderbaren Überblick über die Gleise hatte. Mit meinem Smartphone knipste ich dann ein paar Schnappschüsse und schlenderte an mein Bahngleis. Dort angekommen zückte ich mein erneut mein Smartphone und öffnete die App „AudioGuideMe“.

Mit dieser hinterließ ich einen Audiobeitrag, der mit den GPS Koordinaten gefüttert dort digital abgelegt wurde. Den kann man übrigens hier auf der Webseite anhören. Ich sprach also meine Verabschiedung von Hamburg ein und stieg anschließend in meinen Zug. Ab ging es nach Osnabrück.

Nach einer Weile musste ich auch schon wieder aussteigen. Ich war da. Da in Osnabrück. Der Erste Blick beim Verlassen des Bahnhofs fiel sofort auf das dort sich befindliche Multiplex-Kino. Ja, da musste ich kurz grinsen. Irgendwie Absurd. Ein Filmemacher strandet in Osnabrück und das Erste was er dort wahr nimmt sind nicht etwa die netten Menschen oder den Sonnenschein, nein, es ist ein großes Kino.

IMG_8931Liebenswürdigerweise hatte ich nach kurzem Aufenthalt am Bahnhof ein überaus sympathisches und absolut geniales Empfangskomitee. Ein Mensch hielt ein Schild vor sich auf dem geschrieben stand “PODCASTFILM”. Ich zog wieder sofort mein Smartphone und musste diese Situation einfach filmen. Was eine coole Aktion! Ab da an war dann gute Laune quasi vorprogrammiert. Natürlich wusste ich auf anhieb wer dieser Mensch mit diesem Schild ist. Es handelte sich um keinen Chauffeure, sondern um meinen nächsten Protagonisten. Lars vom „Auf Distanz“ Podcast. Wir begrüßten uns und luden meinen ganzen Kram ins Auto. Kurz noch tanken und dann noch einen Abstecher in einen größeren Musikladen, der dem bekannten Internet-T schon sehr ähnlich ist. Zwar etwas kleiner, aber dennoch mindestens genau so eindrucksvoll. Wir stöberten also noch kurz in diesem Laden herum, unterhielten uns über Gott und die Welt (nein, ich meine damit nicht einen bestimmten reichweitestarken Podcaster, den ich eigentlich dann doch mag 😉 !) und schlürften dort noch einen Kaffee für Lau. Super Sache. Mit Kaffee kann man mein Herz im Sturm erobern.

ACHTUNG: Der folgende Satz könnte Sie beunruhigen: Da ich aber mir wie ein Hähnchen vorkam, das im eigenen Saft brät, beschlossen wir dann doch mal in Richtung “Heim bis morgen” aufzubrechen. Denn ich brauchte verdammt nochmal sehr dringend eine Dusche. Was mir während dieser Fahrt auffiel ist, dass wir relativ lange fuhren. Also fragte ich mal nach 20 Minuten, wie weit er denn weg wohnen würde. Dabei kam heraus, dass er extra eine ganze Stunde (!) zum Bahnhof gefahren ist um mich abzuholen. Oh mein Gott wie sympathisch, aber auch irgendwie unangenehm. Wie mache ich denn das nun wieder gut? Naja. Ich ließ mir etwas einfallen, das auch sehr gut ankam und hoffe dass davon auch Gebrauch gemacht wird.

Dann kam es jedoch bei allen Späßen die wir machten dann doch zu einem kleinen Schockmoment. Ich bekam Panik. Große Panik! “NEEEEEEIIIIIIIIN!” brüllte ich. Da hatte es doch glatt den Anschein gemacht, als würde mein Gastgeber in die Einfahrt eines Ikea-Marktes abbiegen wollen. Nein, das kann ich nicht mehr! In den vergangenen 4 Wochen besuchte ich (teils unfreiwillig!)  4x so einen Laden. 1x im Jahr ist ok. Aber nicht 4x! Und ich wollte es auch nicht auf einen 5. Besuch ankommen lassen! Da fängt mein Gastgeber doch prompt an zu lachen und meinte zu mir “Keine Angst!” und zog wieder auf die richtige Spur zurück. Mann, Mann, Mann. “Mach das nicht!” meinte ich. Wir lachten.

IMG_8946Nun endlich an diesem schönen Fleck namens Nordhorn, in der Nähe der holländischen Grenze liegend, angekommen, entluden wir das Auto und lernte die Gattin meines Gastgebers kennen. Beide machten auf Anhieb einen enorm netten Eindruck. Nach netten Gesprächen ging es dann endlich unter die Dusche. Das war bitter nötig! Ich betrat als Zombie dieses Bad und verließ es als wiedergeborener Mensch. Traumhaft! Es gab einen “kleinen” Snack bestehend aus frittierten Leckereien aus Holland. Sogar eine Käse- und Wurstplatte war im Angebot enthalten, ehe wir uns dann auf die Dreharbeiten vorbereiteten. Auch hier verflog die Zeit. Natürlich wurde wie bei den anderen Stationen zuvor länger gedreht, jedoch kam es mir vor, als hätte man gerade erst alles aufgebaut. Dank meines kleinen rosafarbenen Kumpels gingen die Dreharbeiten echt zügig von statten. Gemeint ist dieses kleine, mich begleitende Schweinchen (siehe Foto), welches übrigens noch keinen Namen hat. Namensvorschläge gerne via Twitter (@creatnet).

IMG_8941Als wir alles im Kasten hatten, gingen wir dann auch zum  gemütlichen Teil des Abends über. Wir saßen im Garten, tranken leckere Schweinereien und unterhielten uns über Film, Funk, Fernsehen, Politik und und und. Toll. Einfach TOLL! Auf einer Welle schwimmend verplauderten wir uns so sehr, dass die Uhr plötzlich 3:30 Uhr schlug. Wir machten Feierabend und gingen zu Bett.

Der nächste Tag hatte es in sich!

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